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"Der Sportschützenverein Annen-Borbach e.V. stellt es sich zur Aufgabe, den
Schießsport zu pflegen und zu fördern, den Leistungsstand seiner Schützen in
Wettkämpfen zu erproben und die Ausbildung von Jungschützen vorzunehmen. Er
will ferner, durch Pflege der Geselligkeit und der überlieferten
Schützenbräuche, eine feste Verbindung unter seinen Mitgliedern
herbeiführen."
Als diese Vereinszweck am 17. Februar 1962 durch Versammlungsbeschluß Eingang
in die Satzung fand, die anschließend beim Amtsgericht Witten als Grundlage
für die Aufnahme in das Vereinsregister hinterlegt wurde, bestand der Verein
schon über 42 Jahre und hatte die sogenannten Ziele schon erfolgreich
umgesetzt.
Angefangen hatte es am Silvesterabend des Jahre 1919 in der Gaststätte
Grottenburg an der Wetterstraße.
Dort wurde iim Anschluß an ein Preisschießender "Schießclub Wilddiebe"
gegründet.
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:
Firtz Hilleringhaus, Heinrich Hilleringhaus, August Hilleringhaus, Johann
Steeger, Richard Demtröder sen., Richard Demtröder jun., Gustav Rüssman,
Adolf Schweitzer, Julius Ernst.
Nach Anfangsschwierigkeiten war ab 1922 ein reges Vereinsleben mit
monatlichen Versammlungen festzustellen. Am 13 August 1922 fand im Lokal
"Borbachschlößchen" ein erstes größeres Fest mit "Konzert, Theater und Ball"
statt.
Einen Tag vorher wurde der interne Vereinsmeister auf dem Schießstand "In
der Talsperre (Herdecker Straße, Besitzer Günedler) ermittelt.
Dort wurde auch am Morgen des Festtages ein Wettschießen für die Gastvereine
ausgerichtet.
Die Räumlichkeiten des "Borbachschlößchens" (Wirt Gustav Sesse) waren für den
Verein besser geeignet als die kleinere Gaststätte in Gedern. Deshalb
verlegte man den Vereinssitz im September 1922 in die Borbach und
veranstaltete im neuen Vereinslokal noch im gleichen Monat eine
"Familienfeier" unter Mitwirkung des Theatervereins "Gemütlichkeit".
Am 10. Januar 1923 begann die Besetzung des Ruhrgebietes durch französische
und Belgische Truppen. Das hatte auch Auswirkungen auf die Vereine,
ins´besondere auf die Schützenvereine. Der Besitz von Waffen wurde unter
Strafe gestellt, ein Versammlungsverbot erlassen. So fand die zunächst letzte
Monatsversammlung des Schießclubs im Februar 1923 statt. Nachdem am 31.juli
1925 die Besatzungstruppen das Ruhrgebiet verlassen hatten, fanden sich die
Mitglieder im August zu einer Generalvollversammlung zusammen. Der Vorstand
wurde neu berufen und die Vereinsarbeit fortgesetzt.
Am 28. Juli 1926 nahm die Polizeiverwaltung Annen im Kreis Hörde offiziell
zur Kenntniß, daß der Schießclub sich in Schützenverein Annen-Borbach
umbenannt hatte. Neben den internen Vereinsfeiern, regelmäßigen Preis- und
Übungsschießen, wurden die Veranstaltungen anderer Schützenvereine besucht.
Dabei entwickelte sich ein gutes Verhältnis zum Schützenverein Annen 1836,
der ebenfalls den Schießstand "In der Talssperre" benutzte. Am 25. August
1929 fand ein größeres Schützenfest mit Weihe der neuen Fahne im
Borbachschlößchen statt.
1930 erfolgte der Bau eines Kleinkaliberstandes unterhalb des Saales der
Gaststätte Borbachschlößchen, die inzwischen Heinrich Lantermann gehörte.
Damit konnte ein geregelter Trainingsbetrieb aufgenommen werden.
Wettkampfgerecht war dieser Schießstand jedoch nicht; deswegen bemühte man
sich um ein geeignetes Freigelände. Mehrere angedachte Standorte fanden nicht
die Zustimmung der Behörden. 1935 erhilet man schließlich die Baugenehmigung
für ein Grundstück, das dem Schützenbruder Albert Röhr gehörte.
1933 machte der Verein besonders auf sich aufmerksam. Unter seiner
Federführung fand am 13. August ein ernte- und Volksfest statt, an dem 47
festlich geschmückte Erntewagen teilnahemen.
1937 kam es zum ersten großen Schützenfest mit einem Königsschießen auf dem
neuen Schießstand.
14 Tage vor Ausbruch des zweiten Weltkriges im Jahre 1939 feierte der Verein
abermals ein Schützenfest mit Königsschießen. Aus dem Krieg kehrten 10
Vereinsmitglieder, unter ihnen die beiden Schützenkönige, nicht zurück. Für
sie wurde am Volkstrauertag 1954 ein Gedenkstein auf dem Schießstandgelände
errichtet.
Ein von 1945 bis 1950 geltendes Verbot der Siegermächte brachte das
Vereinsleben der Schützen während dieser Zeit zum erliegen.
Am 9. Juli 1950 wurde der Verein von 29 Mitglieder erneut gegründet und der
Schießbetrieb zunächst mit Luftgewehren aufgenommen.
Als am Februar 1951 der Westfälische Schützenbund seine wiedergründung
erfuhr, hatten 50 Vereine aus Westfalen und Lippe ihre Delegierten nach
Dortmund entsandt. Asu Witten nahmen die Schützenvereine Muttenthal
(Herbede), Weidmannsheil Witten und Annen-Borbach teil
Das erste Schützenfest nach dem zweiten Weltkrieg fand am 4.,5. Und 6. August
1951 im Borbachschlößchen statt.
Der Chronist berichtet, daß das Fest am Samstag 15.00 Uhr mit dem
Königsschießen begann und bis zum Sonntag um 6.00 Uhr durchgetanzt wurde.
Schon um 14.30 Uhr wurde das Fest mit Empfang der Gastvereine fortgesetzt. AM
montag waren zum Kinderschützenfest 450 Kinder erschienen. Die Erwachsenen
feierten bis zum Dienstagmorgen.
Dieser große zuspruch veranlaßte den Verein, in den Jahren 1954, 1956 und
1958 jeweils dreitägige Zeltfeste zu feiern.
Obwohl auch diese gut besucht waren, stand der Aufwand im Mißverhältnis zu
dem Wirtschaftlichen Ergebnis. Der Verein mußte deshalb die in regelmäßigen
Abständen von 2-3 Jahren stattfindenden Schützenfeste in geeigneten Sälen
durchführen. Solange es noch möglich war, wurde der Saal des
Borbachschlößchens genutzt. Nach Baufälligkeit und späterem Abriß des Saales
wechselte man zum Parkhaus Hohenstein, in den Ratskeller und nach
Fertigstellung des Städtischen Sallbaues in den dortigen großen Festsaal.
Bedauerlicherweise ist damit der enge Bezug des Festes zum Ortsteil Borbach
verloren gegangen.
Volksfestartigen Charkter haben allerdings immer noch die auf dem Schießstand
stattfindenden Königsschießen und der "Tag der offenen Tür", der jährlich am
Himmelfahrtstag ausgerichtet wird.
Sind solche Fest gute Gelegenheiten, den Verein in der Öffentlichkeit zu
präsentieren, so muß doch festgestellt werden, daß sie hinsichtlich ihrer
vereininternen Bedeutung hinter dem Sportlichen Geschenhen eingeordnet werden
müssen. Der Wettkampfbetireb mit den verschienden Klassen, mit Auf- und
Abstieg und die Trainingstage bestimmen den Terminplan der aktiven Schützen.
Der Verein hat, gemessen, an seiner Größe (200 Mitglieder), einen
beachtlichen Platz innerhalb des Schützenbezirks Industriegebiet erreicht.
Zahlreiche, auch überörtliche errungene Titel, beweisen das.
Die jährliche Qualifikation für die Landesmeisterschaft gilt als
obligatorisch. Auch die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften konnten
einigemale erreciht werden.
Im Bereich der tarditionellen Schießwettbewerbe war 1992 für den SSV Borbach
ein ganz besondere Jahr.
Der zu diesem Zeitpunkt amtierende Vereinskönig Horst Zadow konnte auf dem
Westfälischen Schützentag in Castrop-Rauxel die Würde eines
Landesschützenkönig erringen.
Sportschießen ist nicht besonder publikumswirksam. Deshalb ist es auch
weitgehend nicht bekannt, daß es sich beim Deutschen Schützenbund, mit ca.
1,4 Millionen Mitgliedern, um den viertgrößten Fachverband im Deutschen
Sportbund handelt.
Die Verantwortlichen des Vereins haben im Sinne der zitierten Satzung
versucht, Erhaltenswertes zu pflegen, aber Neuem gegenüber aufgeschlossen zu
sein. Die Umbennung in Sport-Schützen-Verein Borbach 1919 e.V. und die
erstmalige Aufnahme von 13 Damen am 05.02.1972 war eine logische Folge diese
Handelns.
Mit dem Ausbau des Schießstandes, dessen Gelände 1991 gekauft werden konnte,
wurden die technischen Vorraussetzungen für die Ausübung des Sportschießen
geschaffen; zugleich wurde den Vereinsmitglidern ein eigenes Clubhaus
gegeben, das 1994 um eine Küche erweitert wurde.
Im Jahr 2000 wurde im Innenraum der Zugang zum Kleinkaliberstand umgebaut und von der rechten Seite auf die Frontseite verlegt. Hier kann jetzt durch eine großes Fenster der Schießbetrieb durch Zuschauer beobachtet werden.
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